Axel Jung

Fotografie

Analoge Fotografie...Kameras...

Die Beantwortung der Frage welche Kamera ich empfehlen kann ist nicht einfach zu beantworten. In den Hochzeiten der Fotografie (für mich so zwischen 1970 und 1990) wurden viele tolle Kameras gebaut, wovon heute noch viele Legendär sind. Zum Beispiel die Leica M6, die Nikon F2 Photomic, Canon F1, Hasselblad 500 usw. Und die Liste ließe sich fortsetzen.


Ein Hauptproblem für den Anfänger ist immer die primäre Beurteilung der Kamera, die er vielleicht auf dem Flohmarkt, oder im Internet erwerben möchte.


Es fängt schon damit an ob ich eine Kamera haben möchte die auch gänzlich ohne Batterie funktioniert. Oder ob es eine Batterie sein darf. Mit Batterie stellt sich die Frage ob diese Batterien noch zu erwerben sind. Viele Batterien waren damals Quecksilberhaltig und wurden schon vor vielen Jahren verboten. Ersatz wurde für diese Batterien nie geschaffen. Es werden immer wieder Batterien angepriesen die die gleiche Spannung aufweisen, (1,35 Volt war zur damaligen Zeit oft genutzt) dies sind aber meist Zink-Luft Batterien deren Kapazität schnell erschöpft ist, und sie sind zudem meist recht teuer.


Bei einer Kamera gänzlich ohne Batterie gilt es herauszufinden ob das mechanische Hemmwerk, welches die Zeiten steuert einwandfrei funktioniert. Kameras die außen noch toll aussehen standen oft Jahre- oder Jahrzehnte in einer Sammlervitrine und die Hemmwerke (auch der Verschluss oder auch die Blendenlamellen der Objektive) sind verharzt.


Hilfe gibt es. Im Internet findet man Firmen oder Einzelpersonen die mechanische Kameras instand setzen. Da dies Aufwendig ist, hat es auch seinen Preis.


Schnell kann dann aus einem Schnäppchen ein teurer Spaß werden.


Hier mal aus meiner Sicht die Punke auf die man beim Kamerakauf achten muss:


  1. Wird der Verschlussvorhang transportiert wenn ich den Filmtransporthebel betätige?
  2. Dreht das Filmtransportrad mit?
  3. Schreitet das Filmzählwerk voran und setzt es sich auf Null zurück wenn ich die Kamera öffne?
  4. Springt der Filmtransporthebel in die Ausgangsposition zurück nachdem ich ihn betätigt habe?
  5. Sind beide Verschlussvorhänge einwandfrei (keine Löcher oder Dellen, je nach Material)?
  6. Laufen die Verschlusszeiten gefühlt sauber ab? Vor allem bei den langen Verschlusszeiten - wie 1/2 Sekunde etc. merkt man ob das Hemmwerk verharzt ist. Laufen die langen Verschlusszeiten nicht sauber, dann Finger weg.
  7. Ist der Sucher sauber und ohne Dellen oder Macken.
  8. Wenn die Kamera geöffnet ist - sind die Lichtdichtungen vorhanden oder gibt es nur noch Brösel? Bei den alten Kameras bröseln die Lichtdichtungen oft und findige Verkäufer kratzen sie dann ganz raus. Das sieht dann sauber aus, aber es fällt Licht in die Kamera.
  9. Weist der Objektivanschluss eine Beschädigung auf? Schon eine Veränderung des Auflagemaßes um 1/10mm beschert dir eine Unschärfe im Bild.
  10. Bei Kameras mit elektronischen Komponenten - funktionieren diese Augenscheinlich gut? Sind die LCD Anzeigen sauber oder eventuell ausgelaufen - eine Reparatur ist hier oft nicht möglich. Auch gibt es für die Elektronic oft keine Bauteiler mehr.
  11. Und natürlich - welchen Eindruck macht die Kamera? Wie gesagt sind Vitrinenkameras nicht immer die beste Wahl. Bei genutzten Kameras sollten wir Abstand vom Kauf nehmen wenn das Sucherprisma Dellen oder Kerben aufweist. Da viele Kameras damals lackiert waren, gibt es oft Abrieb an den Seiten, wo die Gurte scheuern etc. Das ist aber rein optisch, während Dellen oder Kerben auf einen Sturz hindeuten.

Beim Objektivkauf


  1. Sind die Linsen frei von Kratzern und Nebel?
  2. Sind die Linsen im inneren Staubfrei? Leichte Staubeinschlüsse beeinflussen das Bild nicht, jedoch sollte man dann beim Preis einen Abschlag einkalkulieren. Zudem kommt der Staub zwischen den Linsen vom inneren Abrieb und kann sich verstärken.
  3. Sind die Blendenlamelle Öl- und Harzfrei, schließen und öffnen sauber?
  4. Dreht sich der Blendenring sauber und die Blenden gegebenenfalls ein?
  5. Dreht sich der Schärfering ohne Kraft und ohne zu Ruckeln etc.
  6. Ist der Objektivanschluss einwandfrei - oder gibt es dort Dellen oder Kerben?

Am Besten ist es wenn ihr die Kamera in Ruhe ausprobieren könnt. Immer mit Film, und immer alle möglichen Blenden und Zeiten ausprobieren. - Viel Erfolg!

Meine Kameras

Wie auch bei den Filmen gibt diese Liste nur meine Meinung wieder. Einige werden anderer Meinung sein und das ist gut so. Meinungsvielfalt ist wichtig.

Da ich schon sehr lange fotografiere habe ich auch schon, gerade im Analogen Sektor, vieles ausprobiert.

Fange ich mal alphabetisch an:


Canon F1 - ähnlich der Nikon F2, Profikamera aus den 1970ern. Nachfolger ist die F2 NEW. Klasse Kameras.
Canon EOS 6 Mark I - Digital, mit Zeiss Objektiven. Ich focussiere immer manuell, und die Zeiss Linsen sind wirklich fantastisch.


Contax RTS - Analog - erste Quarzgesteuerte Kamera. Mit Zeiss Objektiven!


Hasselblad 500 - Analog, 6x6 Mittelformatkamera.
Hasselblad Super Wide - Analog, 6x6 Kamera mit festeingebauten Weitwinkelobjektiv. Wer Weitwinkelaufnahmen bevorzugt für den ist diese Kamera gebaut worden.
Hasselblad 907X mit CFV - Digital. - Hasselblad gehört seit einiger Zeit einem chinesischen Konsortium. Die Qualität ist nicht mehr so wie bei den alten Modellen. Die 907X ist in der Benutzung nicht ganz einfach da sie nur über ein Display verfügt, welches sehr stark spiegelt.


Leica M4P - für mich die beste analogen Leica die je gebaut wurde.
Leica Monochrom - im Digitalformat der Wahnsinn.
Leica Q2 - Digital - eine super kleine Vollformatkamera mit einem erstklassigen Objektiv.
Generell zu Leica - die Kameras und Objektive sind wirklich Weltklasse... aber... man zahlt eben den Namen und den Nimbus mit.
Ich habe mich von Leica verabschiedet, 12.000€ für eine Leica M11 und ein vernünftiges 50mm - nö, das ist mir zu teuer und die Bildqualität ist nicht 4x so gut wie die einer anderen Kamera.
Auch bei den analogen Leicas ist der Preis meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt.


Mamiya 645 - Analog - damals eine "günstige" Mittelformatkamera, relativ kompakt. Format 6 x 4,5cm


Minolta XM - die wohl Beste Kleinbildkamera die je gebaut wurde. Durchdacht. Mit Wechselsucher. Man muss aber auf einen Motor verzichten. Die XM gab es nur MIT integriertem oder eben ohne Motor.
Auch heute fotografiere ich noch super gerne mit der XM.


Nikon F2 mit DP-1, DP-2, DP-11 und DP-12
Heute noch nutze ich zwei Nikon F2 Photomic, einmal mit DP-1 und einmal mit DP-2 Sucher. Für mich die besten Kameras die je gabaut wurden. - Wenn man auf jegliche Automatik verzichten kann.


Rollei SL66 - Analoge Mittelformatkamera 6x6, mit einem Balgenauszug, für Aufnahmen im Nahbereich. Eine wirklich Klasse Kamera, auch durch die Zeiss Objektive.
Leider birgt der einseitig geführte Balgenauszug die Gefahr das bei einem z.B. Schlag sich die Führung um ein zehntel Millimeter verschiebt, dann hat man eine Unschärfe auf einer Seite.


Yashika - FR-1
mit der hat vor laaanger Zeit mal alles angefangen. Auch Heute für Einsteiger eine TOP Kamera, für kleines Geld. Vor allem das man neben den Yashika auch die Zeiss Objektive verwenden kann.
Yashika Mat 124
Eine kleine 6x6 Kamera im Look der Rolleiflex. Auch heute noch eine Empfehlung, da bei Weitem nicht so teuer wie eine Rolleiflex.


Das sind die Kameras mit denen ich schon fotografiert habe.
Ich arbeite am Liebsten mit dem Nikon System
Nikon F2 Photomic, mit original Nikon Objektiven von 20 - 180mm.